Sozialpädagogische Familiendiagnose

Ein Angebot für "harte Fälle"

Bei Menschen, die durch das Jugendamt begleitet werden, entsteht bisweilen die Haltung: "Die Fachleute meinen, sie wissen sowieso alles besser!", was zu Abwehr und Verweigerung in der Kooperation führen kann.

Dem will die Methodik der sozialpädagogischen Familiendiagnose begegnen.
Hierzu sollen Konflikt- und Lebensthemen, subjektive Lösungsstrategien und Ressourcen von Familiensystemen und Einzelpersonen im Rahmen eines leitfadengestützten Interviews erarbeitet werden.
Das Interview wird aufgezeichnet und von einem Fachteam nach festgelegten Kriterien ausgewertet.
Die Ergebnisse werden für die Betroffenen auf Flipchart notiert und zurückgemeldet.

Es handelt sich also um ein "Verstehensangebot", das sich auf Selbstaussagen der beteiligten Personen bezieht. Zuhören und Strukturieren statt Bewertung und Fremdbeurteilung sind dabei zentrale Begriffe.

Durch diese Haltung wird die Bereitschaft "austherapierter" Systeme gefördert, sich aktiv an Veränderungsprozessen zu beteiligen und zu einer realistischen Einschätzung der eigenen Lebens- und Alltagssituation zu gelangen.

Zielgruppe

  • Familien mit langen Helferketten ("Jugendhilfedynastien")
  • Multi-Problem-Familien
  • "Austherapierte Familien"
  • Familien mit Mehrgenerationenproblematik
  • Akute oder latente Kindeswohlgefährdung
  • Familien mit unklarer Problemlage oder undurchsichtigen Familienkonstellationen
  • Minderjährige, für die eine geeignete ambulante oder stationäre Unterbringung gesucht wird
  • Einmischung der Herkunftsfamilie in die Kleinfamilie (junge Mütter)